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| Die Nacht der SkinwalkerTony Hillerman Rowohlt Verlag Übersetzer: Klaus Fröba Rezension ist von 10/1997 Leserschwert-Genre: Krimi
 Ethno, übernehmen SieWenn jemand auf einen Menschen schießt, gibt es die verschiedensten Motive. Wenn aber jemand auf einen Polizisten schießt, ist das Motiv fast immer das gleiche: Rache. So zumindest sieht das Joe Leaphorn von der Navajo Tribal Police, als der Wohnwagen seines jungen Kollegen Jim Chee eines Nachts von mehreren Schrotladungen durchsiebt wird. Gegen diese Theorie spricht aber der Verdacht, daß derselbe Täter zuvor schon drei Morde begangen hat – die Knochenkügelchen, die Jim Chee in seinem Wohnwagen findet, deuten jedenfalls darauf hin. Und sie enthalten eine weitere bedrohliche Botschaft: Es ist ein Zauberer. Daß der Mörder über magische Kräfte verfügt, würde jedenfalls erklären, wie er es geschafft hat, in kürzester Zeit an drei verschiedenen Orten zuzuschlagen. Dilly Streib vom FBI hat allerdings noch eine andere Erklärung dafür: Der Mörder könnte ein Skinwalker sein. Denn Skinwalker können fliegen …
Die Fragezeichensalven, die Tony Hillerman in „Die Nacht der Skinwalker“ abfeuert, schrauben sich deshalb so tief in den detektivischen Ehrgeiz des Lesers, weil sie direkt aus dem magischen Magazin der indianischen Kultur stammen. Die Mystik der Navajos – mit der sich Hillerman den Titel eines „Großmeisters des Ethnokrimis“ erschreiben konnte – öffnet einen spekulativen Freiraum, in dem jeder westliche Krimi längst jeden rationalen Halt verloren hätte und ins Lächerliche abgestürzt wäre. Ungefähr so wie jene New Yorker Agentin, die Hillermans erstes Skript mit dem prognostisch wertvollen Tip: „Wenn sie meinen, daß sich eine Überarbeitung überhaupt lohnt, dann werfen sie wenigstens das Indianerzeug raus“, kommentierte. | | 
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