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Ein rauschendes Fest

James Hynes


Manhattan by Goldmann Verlag
Rezension ist von 10/1999
Leserschwert-Genre: Seltsam

Wem die Geisterstunde schlägt

Privat ist Gregory Eyck jung, ehrgeizig und eitel. Beruflich ist er haargenau das Gleiche und obendrauf Professor für Anthropologie an der Minnesota-University. Als er dort aber trotz Helmut-Lang-Jeans und Dreitagebart bei einem von ihm organisierten Symposium untergeht wie ein Sack voll rülpsender Rübenbauern und gerade noch mit eingezogenem Akademikerschwanz davonwinseln kann, kommt ihm ein Angebot der englischen BBC gerade recht. Gregory soll bei einer Doku-Reihe über die legendärsten Kultstätten der Welt den Star markieren. Im Zuge dieser Arbeit verschlägt es ihn auch zu einem mystischen Ruinenfeld nach Silbury. Schon als er aus dem Bus klettert, spürt Gregory, daß hier etwas ganz Unglaubliches in der kaltfeuchten Herbstluft liegt, und nachdem er vor lauter Feldforschungsdrang den letzten Bus versäumt hat, bekommt er auch die Chance, aus der ersten Reihe zu beobachten, daß ihn sein Gefühl ganz und gar nicht getäuscht hat.
Wenn James Hynes „Ein rauschendes Fest“ organisiert, darf man getrost davon ausgehen, daß sich spätestens zur Geisterstunde Realität und Fiktion zum gewagten Pas de deux am Parkett treffen und sich in einer dunklen Ecke Horror und Humor sabbernd unter die Wäsche langen. Es funktioniert zwar bei allen seinen Storys sehr ähnlich – Selbstsucht verwandelt sich ohne großes stilistisches Lirumlarum in blankes Entsetzen. Aber es funktioniert …
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