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| Ein einziger HitDavid Huggins Heyne Verlag Übersetzer: Karsten Singelmann Rezension ist von 10/2005 Leserschwert-Genre: Szene
 Zynische HooklineNein, es handelt sich hier nicht um die heiß ersehnte, pseudonym veröffentlichte Biografie von Hary Raithofer, sondern um den zweiten Roman des britischen Schauspielerspross’ David Huggins, der – nicht zuletzt dank der wohlwollenden Klappentextspende von Stephen Fry – bereits mit seinem Debüt „Der große Kuss“ (Haffmans, 2000) auf der Insel mehr als nur einen Achtungserfolg landete. Wie im „Kuss“ verquirlt Huggins auch im „Hit“ Ansätze von Krimispannung und Gesellschaftssatire zu einem temporeichen Slapstick-Staccato, dessen Stärke eindeutig im Doppeldeutigen liegt, im krachtrockenen Humor und dem ausgereiften Sarkasmus des Autors – auch wenn David Huggins seine sprachlichen Schlagabtäusche ein wenig zu oft bis ins Tie-Break treibt.
Als zynischer Reiseführer dieser literarischen Spritztour quer durch Londons Szenen und Gesellschaftsschichten fungiert Andy Hayes, der einst als Bassist der Band Overload die glänzenden Zukunftsaussichten von Platz 1 der englischen Charts genoss, mit dem nachfolgenden Totalflopp aber ebenso hurtig in die soziale Froschperspektive des Arbeitslosenempfängers schlitterte und nun seinen armseligen Überlebensunterhalt im Pfusch als Maler und Anstreicher verdient. Bis er eines Tages den mittlerweile völlig durchgeknallten Leadsänger seiner Ex-Band mit einem schwerreichen Jungschnösel im Schlepptau trifft, die ihn gemeinsam und unter Einsatz von Drogen aller Art von einer glorreichen Overload-Reunion überzeugen wollen. Blöder Weise entwickeln sich die Dinge aber anders als „geplant“, und noch bevor Andy recht übermausert, warum der Jungschnösel plötzlich mausetot ist, hat er schon die gierigen Arme von dessen Stiefmuttter um den Hals und den gesamten Einflussbereich von dessen Daddy am Hals. Die Hetzjad ist eröffnet … Unterm Strich wird der Roman seinem Titel gerecht. „Ein einziger Hit“ unterhält, ohne das Hirn allzu sehr anzustrengen.
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